Was ist ein Hashimoto Schub?

Wie äußert sich ein Schub bei Hashimoto?

Tanja Glass
Tanja Glass

Hi, ich blogge hier über Schilddrüsenunterfunktion, Energie haben und Lifestyle Verbesserungen.

Wenn Du Hashimoto Thyreoiditis hast, dann solltest Du unbedingt verstehen, was ein Hashimoto Schub ist und wie er sich äußert!

Du solltest wissen, was das für Deinen Körper und Deine Schilddrüse bedeutet.

Und Du solltest wissen, ob und was Du aktiv tun kannst, wenn Du die Symptome eines Hashimoto Schub bei Dir entdeckst.

Also lass uns starten:

 

Was ist Hashimoto überhaupt?

Hashimoto Thyreoiditis hat als Autoimmunkrankheit ganz viel mit Entzündungen zu tun. 

Eine Autoimmunerkrankung zeichnet sich dadurch aus, dass Dein Körper bzw. Dein Immunsystem irritiert ist.

Es erkennt nicht mehr so genau, wer Freund und wer Feind ist.

Heißt im Klartext: Da kommt ein Protein an und die weißen Blutkörperchen sind sich nicht sicher oder verwechseln dieses Protein mit „bösen“ Fremdprotein. 
Und was passiert dann? Sie schlagen Alarm, sind in Aufruhr, irritiert und bekämpfen diesen Eindringling.

Wenn das tatsächlich ein Fremdkörper war, haben sie alles richtig gemacht. Das Gewebe wird zerstört und landet im Nirvana. 
Aber was, wenn das Protein nur so ähnlich aussah? 
Wenn Dein Immunsystem erstmal so richtig durcheinander ist, weil es z.B. gestresst ist – dann kann es heftig werden.
Et voila! Da haben wir den Salat. Da ist die Autoimmunreaktion.
Dein eigener Körper greift sich an. Im Falle von Hashimoto greift er die Schilddrüse an. Das hat was mit den Antikörpern zu tun.

Wie äußert sich ein Hashimoto Schub?

Und was passiert bei einem Hashimoto Schub?

Die Antikörper greifen also das Schilddrüsengewebe an. 

In Deinem Schilddrüsengewebe ist das von Deinem Körper produzierte Schilddrüsenhormon T4  gespeichert. 
T4  ist das, was Du als Tabletten morgens als Ersatz nimmst, weil Deine Schilddrüse schlapp macht.
So jetzt stell Dir mal Deine Schilddrüse und das Gewebe wie einen Schwamm vor. In diesem Schwamm ist das Schilddrüsenhormon gespeichert. Schwamm wird kaputt gemacht – und das ganze T4, viel zu viel T4, kommt jetzt mit einem Mal in Deinen Körper. Und wird fleißig verteilt. 
Oh, so viel Schilddrüsenhormon ist aber von oben von der Hirnanhangdrüse gar nicht bestellt worden?!

Zuviel Schilddrüsenhormone unterwegs während der Hashimoto Schübe

Sicher weißt Du schon, dass Dein Körper (eigentlich) sehr gut mit den Schilddrüsenhormonen haushaltet. Wenn jetzt also plötzlich und unerwartet so viel T4 in Deinem Blut ist, dann kriegst Du Probleme. 
Du kannst Anzeichen einer Schilddrüsenüberfunktion und/oder einer Schilddrüsenunterfunktion spüren.

So kann sich ein Hashimoto Schub äußern:

  • Hitzewallungen oder  Hitzeempfindlichkeit
  • Gemütsveränderungen,  Ängstlichkeit
  • hippelig, nervös, agressiv,
  • zu  viel Energie-Gefühl
  • müde
  • keine Konzentration
  • Dein Energie schwankt (rauf & runter)
  • Beine/Arme fühlen sich warm an
  • Gliederschmerzen, Muskelschmerzen
  • Gefühl von rasendem Pulsschlag, evtl. auch Ohrengeräusche
  • veränderter Appetit
  • Gewichtsverlust oder
  • Gewichtszunahme
  • Durchfall oder Verstopfung
  • Unterfunktion und Überfunktion fast gleichzeitig

Das es fast zeitgleich zu Symptomen einer Schilddrüsenunterfunktion und einer Schilddrüsenüberfunktion kommen kann, liegt daran, dass wenn wir es genau nehmen; mehrere verschiedene Schilddrüsenhormone unterwegs sind. 
(Vielleicht hast Du es schon mal gehört, es gibt auch T1, T2 und T3) Dann ist das eine Hormon schon abgebaut, aber das andere noch nicht. Während das eine Hormon in Deinem Körper schon fehlt, ist von dem anderen Schilddrüsenhormon immer noch zu viel unterwegs. Deswegen die widersprüchlichen Beschwerden.

Das ist das, was es meiner Meinung so schlimm macht. Erst läuft Dein Motor auf Hochtouren und dann ist der Spuk vorbei. Dann hast Du noch weniger Energie wie vorher. Ist ja weniger Schilddrüse da. Und weniger Schilddrüse heißt dann auch erstmal weniger Schilddrüsenhormon.

Ist das immer so arg bei einem Hashimoto Schub?

Nein, das was ich gerade geschildert habe, haben gar nicht alle Hashimoto Betroffenen. Zumindest erleben sie es nicht so bewusst. Oft merken Sie nur die stille Entzündung durch Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, ein unangenehmes Gefühl im oder am Hals oder auch nur Glieder- oder Nackenschmerzen.

Kann mein Arzt an meinen Blutwerten einen Schub erkennen?

Nicht direkt. Während einem Hashimoto Schub schwanken Deine Blutwerte. Also an Deinem TSH-Wert kann er es nicht erkennen. Mal ist der TSH zu niedrig, mal zu hoch. Wenn Dein zerstörtes Schilddrüsengewebe zu viele Schilddrüsenhormone ausschüttet, fällt Dein TSH, denn die Hirnanhangdrüse versucht gegenzusteuern. Bei einem niedrigen TSH werden dann wieder weniger Hormone gebildet.

Während den Unterfunktionsphasen steigt der TSH, um die Hormonproduktion wieder anzuregen.

Kompliziert? Nochmal langsam

Ist Dein TSH-Wert erhöht, ist das ein Anzeichen für eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose). Deine  Hirnanhangsdrüse produziert mehr TSH, um die Schilddrüse zur Hormonbildung zu bringen.

Ist Dein TSH-Wert niedrig, deutet das auf eine Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) hin. Die Hirnanhangsdrüse bildet dann weniger, um Deine Schilddrüse nicht noch mehr anzuregen.

Kann eine Impfung Hashimoto Schübe verursachen?

Das Robert Koch Institut schreibt hierzu: Autoimmunerkrankungen und chronisch-entzündliche Erkrankungen (z. B. Rheuma, chronisch entzündliche Darmerkrankungen) stellen grundsätzlich keine Kontraindikation für Schutzimpfungen dar. Studien konnten bisher keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen einer Impfung und einer neu aufgetretenen Autoimmunkrankheit bzw. einer chronisch-entzündlichen Erkrankung oder einem Schub einer bereits bestehenden Erkrankung belegen.

Impfpräventable Infektionen können dagegen bei nicht-geimpften Personen mit Autoimmunkrankheiten oder chronisch-entzündlichen Erkrankungen die Erkrankungsrate und Sterberate erhöhen und z. B. einen Schub auslösen. 

Auch haben diese Personen durch die Grunderkrankung und/oder deren Therapie ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf. Impfungen können somit das Risiko für symptomatische Erkrankungen durch die jeweiligen Erreger und für infektionsgetriggerte Schübe der Grunderkrankung verringern.

Grundsätzlich muss hinsichtlich der Impfindikation zwischen Erkrankungsverläufen mit und ohne immunsuppressive Therapie unterschieden werden. (Quelle: RKI Stand 16.07.2020)

Um das mal für dich einfacher zu formulieren: Das RKI schreibt, wenn du Hashimoto Thyreoiditis hast und nicht geimpft bist,  würde eine Infektion mit dem Erreger das Risiko für schwere Krankheitsverläufe erhöhen. Auch das Risiko für erneute Schübe der Autoimmunerkrankung Hashimoto wäre somit erhöht.

Was ist so schlimm an den Hashimoto Schüben?

Deine Schilddrüse wird immer durchlöcherter und immer kleiner. Es gibt Hashimoto Betroffene, die haben zwischen der Diagnose und dem Endstadium nur ein paar Jahre. Sie hatten dann wahrscheinlich ganz viel Schübe.

Was ist das Endstadium?

Durch die Zerstörung des Gewebes wird die Schilddrüse immer kleiner. Manchmal ist sie auch komplett weg. Einfach aufgelöst!
Solange noch Schilddrüsengewebe da ist, können auch noch Schilddrüsenhormone produziert werden. Und es kann sich auch Gewebe erneuern. Also keine Panik.

Wenn die Schilddrüse schon sehr klein ist, schafft sie natürlich nicht mehr die volle Leistung.
Das heißt: Du musst auf jeden Fall mit künstlichem Schilddrüsenhormon ergänzen, sonst bist Du in der Schilddrüsenunterfunktion.

Mir ist aber eines ganz wichtig:

Deine Symptome sind nur ein Anzeichen einer Entzündung. Dein Immunsystem ist irritiert. Solange Du Dich nicht darum kümmerst, reicht es nicht einfach nur Tabletten zu nehmen.

Die autoimmunen Prozesse hören dadurch nicht auf!
Viele Autoimmunerkrankte haben noch mindestens eine weitere Autoimmunerkrankung. Also wird es Zeit sich damit genauer zu beschäftigen…

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